Die Vögel

Auch wenn sich alles nach und nach zu normalisieren scheint:

die Theater bleiben geschlossen und Proben können erst ab Juni unter Sicherheitsauflagen wieder aufgenommen werden.

Leider führt die Normalisierung und das zunehmend massenhafte kostenlose Anbieten von Theater-Streaming zu einer weniger und weniger werdenden Spendenbereitschaft beim Publikum. Unsere Aktion startete in den ersten zwei Wochen sehr gut und brachte uns in den ersten 14 Tagen 20% unseres Spendenziels. Seither kommt immer wieder mal eine Spende, so dass wir aktuell nach acht Wochen bei 35% angelangt sind. Es wäre aber schön, wenn unsere Aktion, die ja bis Ende September geplant ist, weiter finanzielle Unterstützung für uns erbringen würde.

In dieser Woche zeigen wir unsere achte Produktion Die Vögel in einem Mitschnitt aus dem Uraufführungsjahr 1996:

Die Vögel – eine komische und phantastische Geschichte nach Aristophanes

Das Stück handelt von den zwei Aussteigern Evelpides (der Hoffnungsvolle) und Pisthetairos (der Überzeugende), die Athen verlassen und in einer Welt zwischen der Erde und der Welt der Götter landen. Es ist die Welt der Vögel. Die Vögel nehmen die beiden in ihre Welt auf und machen sie zu ihresgleichen. Die beiden überzeugen die Vögel davon, daß diese die Macht haben, über die Menschen zu herrschen und selbst den Göttern zu trotzen. Die Vögel lassen sich davon überzeugen und errichten als Zeichen ihres neuen Anspruchs eine von einer Mauer umgebene Luftstadt zwischen der Götter- und der Menschenwelt.

Evelpides und Pisthetairos werden zu Architekten einer neuen, “vorbildlichen” Gesellschaft, die binnen kürzester Zeit eine Machtposition erreicht, die sowohl von den Menschen, als auch von den Göttern nicht mehr ignoriert werden kann. Dafür zahlt die ursprünglich paradiesische Welt der Vögel den Preis, sich mit Pisthetairos einen unumschränkten Herrscher über diese neue Welt eingehandelt zu haben.

Aristophanes übt mit dem Stück “Die Vögel” konkrete Gesellschaftskritik an den Zuständen im alten Athen, aber auch am menschlichen Umgang mit Macht.

Das Theater der Klänge erstellte die Adaption dieses alten Stoffes in einer neu inszenierten Mischung aus Maskenspiel, Tanzchor und eigens für das Stück komponierter Bühnenmusik. Dabei flossen die unterschiedlichen Erfahrungen der vorangegangenen beiden Stücke in die Inszenierung ein.
“Die Vögel” wurden mit großem Publikumserfolg vor ca. 6000 Zuschauern in 7 Städten in 34 Aufführungen gezeigt. 1997 waren “Die Vögel” zusammen mit der Produktion LUDUS DANIELIS in das Land ihrer Entstehung, nach Saloniki (GR) eingeladen!

Diese Produktion stellte aber zugleich auch Höhe- und Endpunkt eines gestalterischen Weges dar, der fragmentarisch noch im Maskenspiel in der 1999er Produktion “Die Neuberin” Eingang fand.

Kompletter Vorstellungsmitschnitt online von 14. Mai ab 19 Uhr bis 17. Mai 2020 – 22 Uhr

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