Die Neuberin

Buch & Konzeption: J.U. Lensing & Clemente Fernandez  ·  Regie: J.U. Lensing  ·  Choreografie: Jacqueline Fischer

Jahr & Rahmen

1998 / 1999

Kooperation FH Dortmund · ICEM Essen

Spielstätte

Tanzhaus NRW

Düsseldorf

Format

Multimediales Musiktheater

Schauspiel · Tanz · Video · Live-Musik

Über die Produktion

„Hier hast du was zu hören. Nicht etwa von einem großen gelehrten Mann; nein! Nur von einer Frau, deren Namen du außen wirst gefunden haben, und deren Stand du unter den geringsten Leuten suchen mußt: Denn sie ist nichts, als eine Komödiantin!“

— Friederike Caroline Neuber, Programmtext „Die Neuberin“, TdK 1999

Es gibt Figuren, die Theatergeschichte nicht nur machen, sondern sind — und dennoch von eben dieser Geschichte vergessen werden. Friederike Caroline Neuber, die „Neuberin“ genannt, gehört dazu. Eine sächsische Bürgerstochter des frühen 18. Jahrhunderts, die dem Vater entläuft, unters fahrende Volk gerät und sich zur bedeutendsten Theatermacherin ihrer Zeit entwickelt: Prinzipalin einer eigenen Truppe, Reformerin des deutschen Theaters, Partnerin von Gottsched, Zeitgenossin von Bach und Lessing — und am Ende eine Frau, die alles verliert.

Nicht für sie selbst wird sie bedeutend, sondern für das, was nach ihr kommt. Der Weg von der Komödie des Jahrmarkts zum aufklärerischen Stadttheater, von der Wanderbühne zum festen Haus, vom fahrenden Volk zur Bürgerinstitution — all das trägt die Handschrift der Neuberin. Lessing, Goethe, Schiller: Sie alle stehen auf einem Fundament, das eine Frau gelegt hat, deren Namen kaum jemand kennt.

Das Theater der Klänge hat sich dieser Figur in einer jahrelangen Arbeit angenähert – von 1997 bis 1999. Das Buch entstand in Zusammenarbeit des Schauspielers Clemente Fernandez und des Regisseurs Jörg U. Lensing: 24 Szenen, die das Leben der Neuberin von ihrem neunzehnten Lebensjahr bis zum Tod umspannen, dreieinhalb Stunden, getragen von Musik, Tanz, Video und Sprechtheater. Die Presse sprach von „prallem Theaterleben“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung), einem Text, der „wie eine Partitur“ komponiert sei (Die Deutsche Bühne), und einem Abend „reich an gedankenauslösenden ästhetischen Sätzen und historischen Parallelen“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Die Uraufführung fand am 7. Januar 1999 im Tanzhaus NRW Düsseldorf statt; Aufführungen folgten in Essen, Köln sowie – in einer gekürzten Fassung – in Gotha, Weimar und Zwickau, an Orten, an denen die Neuberin selbst gewirkt hatte. Dazu eine szenische Lesung im Neuberin-Museum in Reichenbach (Vogtland), dem Geburtsort Friederike Caroline Neubers. Ein Stück über das Theater, das sich selbst als seinen Gegenstand begreift: Raum und Text als Grundfragen, verhandelt am Schicksal einer Frau, die für beides ihr Leben gegeben hat.


Gefördert durch die Stadt Düsseldorf (Mietkostenzuschuß und Produktionskostenzuschuß), das Land NRW / Theaterreferat des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Kultur und Sport (Ensembleförderung), das Ministerium für Wissenschaft und Forschung NRW (Forschungsgruppe „Multimedia und Kunst“) sowie die Stiftung „van Meeteren“. In Kooperation mit dem ICEM der Folkwang Hochschule Essen und der FH Dortmund.

Besetzung

Kerstin Hörner
Friederike Caroline Neuber (Schauspielerin, später Prinzipalin)

Clemente Fernandez
Daniel Weißenborn (Notar, Vater der Neuberin)
Josef-Ferdinand Müller (Schauspieler, später Prinzipal)
Heinrich Gottfried Koch (Schauspieler, später Prinzipal)

Matthias Weiland
Johann Neuber (Handwerker, später Prinzipal)

Francesco Russo
Johann Christian Spiegelberg (Prinzipal)
Johann Friedrich Schönemann (Schauspieler, später Prinzipal)
Gotthold Ephraim Lessing (Student und Autor)

Christiane Boian / Desiree Jacqueline Vach (alternierend)
Madame (Schauspieldebütantin)
Frieda (Kleindarstellerin)
Christiane Lorenz (Schauspielerin)

Jörg U. Lensing
Graf Brühl (Kulturverantw. Dresdner Hof)
Johann Christoph Gottsched (Magister)
Johann Sebastian Bach (Komponist)

Svenja Zschenderlein
Sophie Haak-Hoffmann (Schauspielerin, Prinzipalin)

Tanz

Jacqueline Fischer
Mario Kubitza
Matthias Weiland

Musik

Tobias Schlierf
Gesang · Cello · Percussion

Bühnenbild: Savina Vassiliadis
Kostümbild: Caterina Di Fiore
Lichtgestaltung: Horst Mühlberger
Video: Martin Rottenkolber
Fotos: B. Bechtloff · O. Eltinger
Projektbüro: Dorothea Verheyen

Die Neuberin – Pressespiegel

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Als Hörspiel erhältlich

Die Neuberin – Hörspiel-CD

Eine einstündige kondensierte Hörspiel-Fassung des Stücks von J.U. Lensing, erschienen im Mai 1999. Erhältlich im Online-Shop des Theaters der Klänge.

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