DIE KÜCHE

Autor: Arnold Wesker

Bearbeitung & Regie: J.U. Lensing  ·  Szenografie-Sounddesign: Thomas Neuhaus

Jahr & Rahmen

1990 · Uraufführung 29. November

Eröffnungsstück Theaterhaus Düsseldorf

Spielstätte

Theaterhaus Düsseldorf

Eröffnungsproduktion

Format

Orchestriertes Sprachtheater

nach Arnold Wesker

Über die Produktion

„Für Shakespeare mag die ganze Welt eine Bühne gewesen sein, für mich ist sie eine Küche, wo Menschen kommen und gehen und nicht lange genug bleiben können, um einander zu verstehen, und wo Freundschaft, Liebe und Feindschaft ebenso schnell vergessen werden, wie sie entstehen.“

— Arnold Wesker

Arnold Wesker hatte das 1961 geschrieben – und meinte damit nicht allein eine Küche. Die große Restaurationsküche, in der sein Stück spielt, ist Schauplatz und Symbol zugleich: ein Arbeitsort, der Menschen verschleißt, sie gegeneinander treibt und doch nicht davon abhält zu lieben, zu streiten und zu träumen. Das Theater der Klänge entschied sich 1990, nach seinen theatergeschichtlichen Reisen ins frühe zwanzigste Jahrhundert („Die Mechanische Bauhausbühne“, 1987) und ins frühe achtzehnte („Die Barocke Maskenbühne“, 1989), in die unmittelbare Gegenwart: ein Sprechtheaterstück eines zeitgenössischen Autors, das die gesellschaftliche Realität der Gegenwart trifft. „Leistung zählt“ – dieser Satz hätte auch aus dem Jahr 1990 stammen können.

Die Bearbeitung der deutschen Übersetzung von Erich Fried aus den 1960er Jahren, die J.U. Lensing vornahm und von Wesker autorisieren ließ, übertrug den Stoff auf westdeutsche Küchenverhältnisse der Gegenwart. Die Form blieb dabei nicht naturalistische Abbildung. Die Grundstruktur des Stücks – Bestellungen werden gerufen, bestätigt und ausgeführt, zwölf Köche für sieben Kellnerinnen, jede an einer räumlich definierten Station – ergab bei sukzessiven Bestellungsrufen mehrerer Kellnerinnen gleichzeitig eine rhythmische Sprech- und Rufstruktur. Das Theater der Klänge musikalisierte diese Struktur: als Rhythmus- und Dynamikkomposition, die den mechanischen Charakter dieser Arbeitswelt deutlich sichtbar machte. Die Bühne kochte nicht wirklich. Die Kellnerinnen trugen leere Teller. Die Köche taten so als ob. Diese Simulation war bis ins Detail ausgearbeitet.

„Die Küche“ war die dritte Produktion des Theaters der Klänge und damit der Abschluss einer langen Übungsphase – mit einem auf 30 Personen gewachsenen Ensemble aus Musikern, Tänzern, Schauspielern und Künstlern. Die Uraufführung fand am 29. November 1990 im Theaterhaus Düsseldorf statt. Das Stück markiert auch den Abschluss der semiprofessionellen Arbeitsweise des Theaters der Klänge. Nach Abschluss der Aufführungsserie im Theaterhaus Düsseldorf zog das Ensemble in die neue Probenbühne Winkelsfelderstraße in Düsseldorf ein, die den Beginn der professionellen Arbeit des Theaters der Klänge markierte.


Gefördert durch: Stadt Düsseldorf, Land Nordrhein-Westfalen, Fonds darstellende Künste

Mitwirkende

Bearbeitung & Inszenierung
Jörg U. Lensing

Szenografie-Sounddesign
Thomas Neuhaus

Bühne
Jürgen Steger

Küche

Leo (Chefkoch): Udo Matthes
Frank (Saucier): Uwe Höltermann
Dimitri (Grill): Axel Schwarze
Peter (Kochfisch): Jörg Balschun
Konrad (Bratfisch): Heiko Seidel
Fred (Entre Métier): Wolfgang Klein
Hans (Beilagen): Kai Mönnich
Mike (Beilagen): Pascal Leiner
Nicholas (Garde Manger): Clemente Fernandez
Bertha (Salate): Veronika Böhle
Max (Fleischer): Axel Heinrich
Paul (Patissier): Kersten Müngersdorf
Raymondo (Konditor): Kai Lentrodt
Youssef (Küchenhilfe): Frances Mbarek Aouga

Restaurant

Marango (Besitzer): Benno Boudgoust
Harry (Oberkellner): Julian Bischofs
Monique: Kerstin Hörner
Dagmar: Angela Kühn
Bettina: Monic Wollschläger
Hotti: Gudula Bitzenhofer
Maria: Ruzena Ferre i Romeu
Gabi: Marta Muinos
Viola: Ursula Burg
Anne (Getränkebuffet): Sylvie Coquillat
Der Bettler: Clemente Fernandez

Licht: Bernd Lohmann · Sascha Hardt
Kostüme: Janina Mackowski-Job
Regieassistenz: Leonore Araki
Körper- & Sprechtraining: Jörg Balschun
KBB: Kerstin Hörner · Axel Heinrich · J.U. Lensing

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