Johnnys Jihad
American Taliban
Inszenierung: J.U. Lensing · Text: Marc Pommerening · Musik: Debasish Bhattacharjee
Jahr & Rahmen
2009
18. Eigenproduktion
Spielstätte
FFT-Kammerspiele
Düsseldorf
Format
Kammerspiel
3 Figuren, Blankvers
Über die Produktion
JOHNNYS JIHAD greift einen realen Fall auf: Ende 2001 wird John Walker Lindh, zwanzigjähriger US-Amerikaner aus San Francisco, als Kämpfer auf Seiten der Taliban von seinen Landsleuten in Afghanistan festgenommen. Wie der Sohn liberaler Eltern zum Islam konvertiert ist, in Jemen Arabisch und den Koran gelernt hat und schließlich als Suleyman nach Afghanistan gegangen ist – das fragt der Dramatiker Marc Pommerening in seinem Kammerspiel, das 2004 vom Weimarer Kunstfest in Auftrag gegeben und 2009 vom THEATER DER KLÄNGE in überarbeiteter Fassung neu inszeniert wurde.
Das Stück verdichtet den Stoff auf drei Figuren und drei Verhältnisse zur Freiheit: John – aufgewachsen in denkbar freien Verhältnissen – ist vor der Freiheit geflohen in die Gewissheiten des Glaubens. Der Special-Forces-Agent Dave Tyson – Verteidiger der Freiheit – ordnet Folter an, um sie zu schützen. General Dostum – Verächter der Freiheit wie des Glaubens – spielt beide gegeneinander aus, um seine Herrschaft per Ausnahmezustand zu begründen. Geschrieben in Blankversen, die an Shakespeare erinnern: Sprache wird, getragen von indischer Tabla-Percussion, zur Musik.
Die Produktion gastierte in den FFT-Kammerspielen Düsseldorf, der Lutherkirche Köln-Südstadt, dem Katakomben Theater Essen und in Splügen in der Schweiz – und in der JVA Düsseldorf: ein Stück über den Verlust von Freiheit, gespielt vor Publikum, das weiß, was das bedeutet.
„War gefangen in der freien Welt – Die Freiheit ist ein Nichts / Das mir nichts sagt.“ — Marc Pommerening, Johnnys Jihad
Gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf und die Stiftung van Meeteren. In Zusammenarbeit mit dem FFT-Düsseldorf.
Text
Marc Pommerening
Inszenierung & Bühne
J.U. Lensing
Bühne mit Jürgen Steger
Musik
Debasish Bhattacharjee
J.U. Lensing
Darsteller
Kai Bettermann (Tyson)
Andreas Furcht (Lindh)
Peter Princz (Dostum)
Kostüme: Catarina Di Fiore
Körpertraining: Jacqueline Fischer
Fotos: Oliver Eltinger
Produktionsassistenz: Miriam Raether
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