Johnnys Jihad

American Taliban

Mein Stück JOHNNYS JIHAD, ein Kammerspiel in Blankversen, widmet sich dem ideologisch aufgeladensten Begriff der westlichen Wertegemeinschaft: der Freiheit. Es erzählt, wie Einer, in den denkbar freiesten Verhältnissen aufgewachsen, vor der Freiheit flieht in die Gewissheiten des Glaubens, wie ein Zweiter, ein Verteidiger der Freiheit, Folter anordnet, um sie zu schützen und ein Dritter, Verächter der Freiheit wie des Glaubens, sie beide gegeneinander ausspielt, um seine Herrschaft per Ausnahmezustand zu begründen.

Marc von Pommerening

Das Ensemble

Besetzung der Premiere 7. Januar 2009 – um 20 Uhr in den FFT-Kammerspielen Düsseldorf

Autor: Marc Pommerening
Inszenierung: J.U.Lensing
Musik-Komposition: Debasish Bhattacharjee & J.U.Lensing
Tablas: Debasish Bhattacharjee
Musikalische Assistenz / Tanpuraspiel: Conny Rave
Szenografie: J.U.Lensing
Bühnenbildbau: Jürgen Steger
Bühnenmalerei: Wilfried Münze
Kostümbetreuung: Catarina Di Fiore
Licht: Moritz Müller
Körpertraining: Jacqueline Fischer
Produktionsassistenz/Bühnenumbau: Miriam Raether
Plakatentwurf: Rosa Rühling
Drucksachengestaltung: Ernst Merheim
Fotos: Oliver Eltinger
Darsteller: Tyson: Kai Bettermann; Lindh: Andreas Furcht; Dostum: Peter Princz

Über die Produktion

Johnnys Jihad – American Taliban beruht auf wahren Begebenheiten. Ende 2001 wurde der zwanzigjährige John Walker Lindh, amerikanischer Staatsbürger aus San Francisco, als Kämpfer auf Seiten der Taliban von seinen Landsleuten in Afghanistan festgenommen. Warum der Sohn liberaler Eltern zum Islam konvertierte und sich als Gotteskrieger ausgerechnet den ärgsten Fundamentalisten anschloß? “War gefangen in der freien Welt”, lässt Pommerening ihn erwidern, “Die Freiheit ist ein Nichts / Das mir nichts sagt.” 

1999: John Lindh, ein junger US-Amerikaner, der den Glauben an die westlichen Werte verloren und neue Werte im Islam gefunden hat. John sucht das Abenteuer und den wahren Zugang zum Koran im Jemen, in Pakistan und ist plötzlich Konvertit im Ausbildungslager der afghanischen Taliban.

2001: Zu Beginn der Kampfhandlungen zwischen afghanischer Nordallianz und Taliban schon gefangen genommen, überlebt er den blutigen Gefängnisaufstand von Masar i Sharif und sieht sich unversehens einem Landsmann gegenüber. Der Special-Forces-Agent Dave Tyson ist fassungslos einen “American Taliban” als Feind vor sich zu haben und skrupelt, ob für diesen noch die Menschenrechte oder schon die “Bürgerkriegslogik” des verbündeten Nordallianz-General Dostum gelten…

Ein Politkrimi, ein an Shakespeare erinnernder Text in einem packenden Kammerspiel, in dem Sprache unterstützt von indischer Percussion zur Musik wird und die Grundthemen, wie “westliche Werte” gegen Folter, muslimischer Fanatismus gegen Machtinteressen verhandelt werden.

In der dichten Inszenierung von J.U.Lensing wurde der sprachliche Ansatz aus “Gregorius” verdichtet. Der Text von Marc von Pommerening in Blankversen bot die ideale Grundlage für eine Musikalisierung von Text auf der Basis einer Rhythmuskomposition, welche von J.U.Lensing zuammen mit den 3 Schauspielern und dem indischen Musiker Debasish Bhattacharjee (Assistentin: Conny Rave) erarbeitet wurde.

Das Stück ist das einzige Kammerspiel des THEATERs DER KLÄNGE, welches zudem auf einer fertigen Textvorlage basiert und stellt als solches in Folge mit dem Tanztheaterstück “ich ist ein anderer” von Jacqueline Fischer einen Angel- und Ruhepunkt im Schaffen des Theaters der Klänge dar.

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