NOVEMBER 1918 * 1989
Konzeption & Regie: J.U. Lensing · Musik: Thomas Neuhaus
Jahr & Rahmen
1991 · Uraufführung 30. Oktober
Koproduktion mit dem Bauhaus Dessau
Spielstätte
Theaterhaus Düsseldorf
Bauhausbühne Dessau
Format
Politisches Musiktheater
Revue-Collage · kollektive Autorenschaft
Über die Produktion
„Die Revolution ist kein Schandfleck. Sie war – besonders nach vier Jahren Hunger und Ausblutung – eine Ruhmestat. Ein Schandfleck ist der Verrat, der an ihr geübt wurde.“
— Sebastian Haffner
Dieser Satz war 1991 für das Theater der Klänge keine Geschichtslektüre. Er war ein Diagnosebefund. Denn 1989 hatten wir alle miterlebt, wie eine Revolution sich vollzog – auf Straßen, die wir auf Karten kannten, in einer Sprache, die unsere war, in einer Geschwindigkeit, die niemand vorhergesagt hatte. Und was dabei fast niemand mehr zu wissen schien: dass Deutschland siebzig Jahre früher, im November 1918, nach vier Jahren Krieg, Hunger und Ausblutung, eine Revolution hatte, die scheiterte – nicht weil sie zu schwach war, sondern weil an ihr Verrat geübt wurde. Von innen. Die Parallelen lagen auf der Hand. Sie zu benennen war das Ziel.
„NOVEMBER 1918 * 1989“ entstand 1991 in kollektiver Autorenschaft: Das Ensemble selbst erarbeitete das Stück in monatelangen Proben und Abendsitzungen, gestützt auf Quellen, Zeitzeugenberichte und Begegnungen in Dessau. Die Form folgte dem Inhalt – eine revueartige Collage aus Schauspiel, Allegorie, Farce, Maskenimprovisation, Pantomime und Puppenspiel, gestellt gegen Tanz und Meyerholdsche Biomechanik. Die live-elektronische Musik, gesteuert von zwei Schlagzeugern, verband die Szenen nicht: Sie konfrontierte sie. Dokumentarfilmcollagen und Diaprojektionen schoben sich als Zeitschichten in das Spiel. Das Ganze auf einem fahrbaren, umgestaltbaren Spielgerüst mit beweglichen Leinwänden – ein Theaterapparat, der seine Bilder selbst produzierte.
Die Uraufführung fand am 30. Oktober 1991 im Theaterhaus Düsseldorf statt, als erste Koproduktion des Theaters der Klänge mit dem Bauhaus Dessau. Insgesamt 19 Aufführungen in Düsseldorf und Dessau folgten. Was dieses Stück bedeutete, reichte über die Produktion hinaus: Das Ensemble, das sich für NOVEMBER formierte, arbeitete erstmals unter professionellen Bedingungen im eigenen Probenstudio in Düsseldorf-Pempelfort und zeitweise in der Bauhausbühne in Dessau. Zahlreiche Mitglieder wurden zu festen Weggefährten für die folgenden Produktionen. Die Arbeitsgrundlagen, die damals in nächtlichen Gesprächen nach den Proben erarbeitet und festgelegt wurden, bestimmen die Arbeitsweise des Theaters der Klänge bis heute.
Koproduktion mit dem Bauhaus Dessau. Gefördert durch: Stadt Düsseldorf, Land NRW, Stiftung Bauhaus Dessau
Mitwirkende
Konzept & Inszenierung
Jörg U. Lensing
Musik & Komposition
Thomas Neuhaus
Schlagzeug
Olaf Normann · Jens Frantzen
Darsteller
Ricardo Bittencourt
Deda Colonna
Sylvie Coquillat
Clemente Fernandez
Jacqueline Fischer
Kerstin Hörner
Jörg U. Lensing
Maria-Jesus Lorrio de Castro
Kai Mönnich
Heiko Seidel
Ismini Sofou
Filmsequenzen (Szenografie): Sascha Hardt
Diaprojektionen: Ernst Merheim
Licht: Bernd Lohmann · Sascha Hardt
Masken: Erhard Stiefel · Claudia Lemmer · Nathalie Cohen
Kostüme: Kerstin Uebachs
Figurinen: Udo Lensing
Bühne: Jürgen Steger · Tinus Alsdorf
Regieassistenz: Sandra Christmann
KBB: Sabine Lückmann
NOVEMBER 1918 * 1989 – Pressespiegel
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