Vanitas
Schall und Rauch
Leitung: J.U. Lensing · Choreografie: Jacqueline Fischer · Musik: Thomas Neuhaus
Jahr & Rahmen
2012
25. Jubiläum – Eigenproduktion
Spielstätte
Forum Freies Theater – Juta
Düsseldorf
Format
Tanztheater
25 Szenen zur Vergänglichkeit
Über die Produktion
VANITAS – Schall und Rauch entstand anlässlich des 25-jährigen Bestehens des THEATERS DER KLÄNGE und war zugleich dessen 20. Produktion. Die Premiere fand am Gründungstag selbst statt – dem 10. Mai 2012 im FFT Juta Düsseldorf, jenem Haus, in dem das Ensemble 1987 auch seine ersten Schritte gegangen war. Was bleibt aus einem Vierteljahrhundert Theaterarbeit? Hans Curjel, einst Dramaturg der Krolloper Berlin, hat die Grundbedingung so benannt: „Es ist die Tragik jeder Theateraufführung, daß sie wie ein Traum vorüberzieht. Die Musik verhallt, das Sichtbare verschwindet. Nichts von der unermeßlichen Arbeit, nichts von den Tränen, nichts von den Freuden bleibt faßbar.“ Vanitas – die Eitelkeit und Vergänglichkeit menschlichen Tuns – ist das Leitmotiv des Abends; der barocke Dichter Andreas Gryphius hat es auf eine Formel gebracht: Alles ist eitel.
Das Stück nähert sich dieser Frage nicht als Gedenkfeier, sondern als intermediale Komposition: Musik, Theater, Tanz, interaktives Video und Licht verbinden sich zu einem Bilderstrom, der Schönheit und Verfall, Ruhm und Vergessen, Nähe und Scheitern immer neu dreht und wendet. Die Vergänglichkeit zu überwinden – durch Halten, Wiederholen, indem man den Moment zum Bild oder zur Skulptur werden lässt – erzeugt dabei theatralische Schönheit ebenso wie groteske Szenen und tänzerisch-musikalische Poesie.
In 25 Szenen entfaltet das Ensemble ein Panorama des Scheins: Ein Geiger, der immer wieder den Bogen ansetzt und doch keinen Ton hervorbringt – und dabei Revue passieren lässt, was von 10.000 Übungsstunden bleibt. Nur Schall und Rauch. Aerobic-Choreografien, die in Erschöpfung kippen. Ein Tänzer mit einem Brautkleid auf der Kleiderpuppe. Ein Fotograf, der seiner Darstellerin Posen abverlangt. Ein Paar, dessen zärtliche Hebung allmählich zum brutalen Reißen wird. Situationen kippen, Stimmungen brechen – immer wieder. Die leere Bühne ist nach hinten durch mehrere Schichten Leinwand begrenzt, aus deren Schatten die Darsteller für ihre Auftritte langsam auftauchen. Am Ende tanzt ein Trio zu entrückter Musik, von einer Rückprojektion begleitet, langsam in die Unendlichkeit.
Am Ende projiziert das Ensemble Wörter auf die weiße Leinwand: Parallelität, Trott, Symmetrie, Fremdgehen, Flucht, Heimkehr — Assoziationen zu 25 Jahren Theaterarbeit. Der letzte Satz des Abends: „Ich sterbe — du auch.“
Die Freude wird zur Traurigkeit, / die Schönheit fällt als eine Blume, / die größte Stärke wird geschwächt. — Recitativo aus J. S. Bach BWV 26
Gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf und die Stiftung van Meeteren.
Inszenierung & Szenografie
J.U. Lensing
Choreografie
Jacqueline Fischer
Musik
Thomas Neuhaus
Darsteller
Kai Bettermann
Bernardo Fallas
Catalina Gomez
Phaedra Pisimisi
Arthur Schopa
Cornelia Trümper
Kostüme: Caterina Di Fiore
Licht: Jeannot Bessière
Fotos: Oliver Eltinger
Produktionsleitung: J.U. Lensing
Produktionsassistenz: Miriam Pankarz
Vanitas – Pressespiegel
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