HOEReographien
Konzeption, Regie & Ton: J.U. Lensing · Choreografie: Jacqueline Fischer
Jahr & Rahmen
2005
Forschungskooperation ICEM / FolkwangHS Essen & FH-Dortmund
Spielstätte
FFT-Juta
Düsseldorf
Format
Intermediales Tanzkonzert
Tanz, Elektronik, Video, Licht
Über die Produktion
„man gehe vom körperlichen zustand aus, vom dasein, vom stehen, vom gehen und zu guter letzt vom springen und tanzen. denn einen schritt zu tun ist ein gewaltiges ereignis, eine hand zu heben, einen finger zu bewegen ein nicht minderes. man habe ebensoviel scheu als achtung vor jeglicher aktion des menschenkörpers, zumal auf der bühne, dieser sonderwelt des lebens, des scheins, dieser zweiten wirklichkeit, in der alles vom glanz des magischen umwittert ist …“
— Oskar Schlemmer
2005 fand eine Frage, die das Theater der Klänge seit seiner Gründung begleitet, ihre technisch wie kompositorisch konsequenteste Antwort. Was 1987 mit der Mechanischen Bauhausbühne als Vision begann – die Synthese von Raum, Bewegung, Licht, Farbe und Ton – und sich über Figur und Klang im Raum (1993) und MODUL|A|T|O|R (2002) fortsetzte, wird in den HOEReographien erstmals vollständig realisiert: Nicht die Musik bestimmt den Tanz – der Tanz erzeugt die Musik.
In einer Forschungskooperation mit dem ICEM der Folkwang-Hochschule Essen und der FH-Dortmund entstand eine Bühne, in der Sensoren, Computer und Surround-Beschallung mit Videoprojektion zu einer vollständig reaktiven Umgebung verschmelzen. Jede Bewegung der Tänzerinnen zieht zwangsläufig Klang und Bild nach sich – der Körper wird zum Instrument, die Bühne zur Kompositionsmaschine. Die HOEReographien sind zunächst ein Konzert, formal streng in 14 Sätzen gebaut (Soli, Duette, Trios, Quartette), dessen konkrete Ausführung jeden Abend neu strukturiert improvisiert wird.
Die Presse fand starke Bilder für das Ergebnis. Die NRZ schrieb zur Uraufführung: „Mit den Augen kann man hören – 60 Minuten lang greifbare Konzentration, 60 Minuten gebannte Stille im Publikum.“ Der Westfälische Anzeiger sprach von „Feedback-Tanz-Ton-Skulpturen“, die Bewegung, Licht, Farbe, Klang und Form zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk verbinden. Die Produktion fand ihre Fortsetzung 2009 in der HOEReographien Suite, aus der 2010 die SUITE intermediale hervorging – Ausgangspunkt für CODA (2013) und Das Lackballett (2019).
Förderung: Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf · Ministerpräsident des Landes NRW · Kunststiftung NRW · Fonds Darstellende Künste e.V. · Stiftung Van Meeteren · NPN Nationales Performance Netz (Gastspiel Bauhaus Dessau) · FH-Dortmund (Forschungsmittel)
Besetzung
Regie & Ton
J.U. Lensing
Choreografie
Jacqueline Fischer
Musik-Programmierung
Thomas Neuhaus
Video
J.U. Lensing, Lucy Lungley, Thomas Neuhaus
Lichtdesign
Christian Schroeder
Bühnenbild
J.U. Lensing, Christian Schroeder
Kostüme
Caterina Di Fiore
Tanz
Jenny Ecke, Jelena Ivanovic, Caitlin Smith, Hana Zanin
Künstlerisches Betriebsbüro: Jenny Eickhoff, Petra Weiß
Fotos: Oliver Eltinger
HOEReographien – Pressespiegel
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