RESONANZRAUM 40
„Hier wird das Archiv nicht gezeigt, sondern erfahren.“
ab Samstag, 10. Oktober 2026 – Probenstudio Düsseldorf-Pempelfort
Vierzig Jahre nach seiner Gründung öffnet das THEATER DER KLÄNGE seinen Arbeitsraum. Das Probenstudio in Düsseldorf-Pempelfort, in dem seit 1990 alle Produktionen des Hauses ihre erste Form gefunden haben, wird zwischen Oktober 2026 und Juni 2027 zum Ort einer laufenden Werkstattschau. Kein Museum. Keine Retrospektive im üblichen Sinn. Ein Raum, der die eigene Vergangenheit als Klang und Bild neu zugänglich macht – begehbar, hörbar, mitverfolgbar.
Was zu sehen ist
Drei Wände und die Decke des Studios werden über Videomapping zu Projektionsflächen. Eine räumliche Lautsprecheranordnung öffnet einen dreidimensionalen Klangraum. Historische Aufnahmen aus vierzig Jahren Bühnenarbeit begegnen dabei einer neuen Klangkomposition, die im selben Raum entstanden ist. Wer diese Show besucht, bewegt sich frei durch die Installation – auf einer eigens aufgebauten Tribüne, auf dem Tanzteppich am Boden, im Umherwandern zwischen den Projektionsflächen. Der einstündige Zyklus zeigt keine chronologische Werkgeschichte. Er verdichtet vierzig Jahre in eine Erfahrung, die für sich stehen kann.
Betrieb: die Show
Dienstag und Freitag jeweils von 18 bis 21 Uhr geöffnet, mit drei Show-Slots pro Abend jeweils um 18, 19 und 20 Uhr. Ergänzend Sonntag nachmittags nach Voranmeldung. Eintritt pauschal 10 € pro Show. Buchung über rausgegangen.de.
Der Preis ist bewusst gesetzt. Zehn Euro sind Museumseintritt, Kunstverein, Sonntagsführung – kein Theaterpreis. Der Resonanzraum soll ein Ort sein, an dem man vorbeischauen kann, ohne sich zu verpflichten. Wer wiederkommt, kommt aus eigenem Antrieb wieder.
Betrieb: die Aufführungswochenenden
An neun Wochenenden zwischen Oktober 2026 und Juni 2027 wird der Resonanzraum zur Bühne. Sechs bis acht Personen aus dem Ensemble spielen sechs Suiten und drei Komplettaufführungen aus historischen Produktionen des Hauses – jede Suite eine konzentrierte Fassung des originalen Stücks, sechzig bis neunzig Minuten Länge. Der Abendpreis enthält die einmalige Show-Sichtung im gleichen Raum unmittelbar vor der Aufführung. Wer kommt, sieht zuerst das Archiv als Installation und dann seine Verkörperung auf der Bühne.
Programm
2026 / 2027
23.–25. Okt 2026
Das mechanische Ballett
06.–08. Nov 2026
Der Silberprinz
01.–03. Jan 2027
LUDUS DANIELIS & Gregorius
14.–17. Jan 2027
TRIAS – Das triadische Ballett
19.–21. Feb 2027
Figur und Klang im Raum & SUITE intermediale
19.–21. Mrz 2027
Das Lackballett
16.–18. Apr 2027
Heinrich Heines Le Grand
28.–30. Mai 2027
West-Land-Tänze
25.–27. Jun 2027
Coastal Souls
Was das Projekt trägt
Für den Resonanzraum werden ausschließlich Kostüme und Requisiten verwendet, die bereits im Bestand des Hauses sind. Jede neue Aufführung fügt eine Schicht zum Klangmaterial hinzu, das ab Oktober 2027 in einer erweiterten Fassung der Installation weiterlebt. Das ist eine Form von Nachhaltigkeit, die sich aus der Arbeit ergibt – nicht aus einer Marketingentscheidung.
Programmübersicht 2026 / 2027
| Zeitraum | Produktion | Format & Fokus |
|---|---|---|
| 23.–25. Okt 2026 | Das mechanische Ballett | Duette, Trios. Die Ursprünge der intermedialen Arbeit (Bauhaus-Referenz). Erste TdK-Produktion von 1987. |
| 06.–08. Nov 2026 | Der Silberprinz | Komplettaufführung. 6 Darsteller plus Audio-Vision. Neun Blicke auf Walter Gropius und das Bauhaus. |
| 01.–03. Jan 2027 | LUDUS DANIELIS & Gregorius | Konzertant-szenische Aufführung mit dem Musikensemble ESTAMPIE sowie Schauspielsoli. Mittelalterliche Mysterienspiele zum Neujahrsprogramm. |
| 14.–17. Jan 2027 | TRIAS – Das triadische Ballett | Tanz-Soli, Duette, Trios. Live-Musik. Die Triade als strukturelles Prinzip. |
| 19.–21. Feb 2027 | Figur und Klang im Raum & SUITE intermediale | Duette, Live-Komponist, interaktives Videodesign. Sensorische Steuerung und Echtzeit-Transformation. Eine Tänzerin, aber auch das Publikum als Akteure! |
| 19.–21. Mrz 2027 | Das Lackballett | Duette, Live-Komponist, Live-Videodesign. Materialität und Oberfläche auf einer digital zu bemalenden Leinwand. |
| 16.–18. Apr 2027 | Heinrich Heines Le Grand | Komplettaufführung. 2 Schauspieler, 2 Musiker. Text, Musik und visuelle Projektionen. |
| 28.–30. Mai 2027 | West-Land-Tänze | Duette, Bal modern, Live-Musik. Räumliche Dynamik und kulturelle Hybridität. |
| 25.–27. Jun 2027 | Coastal Souls | Komplettaufführung. 4 Tänzerinnen, 1 Musiker. Die jüngste Schöpfung im Kontext der Historie. |
Digitale Medienkompetenz des Theaters der Klänge
Das Theater der Klänge verfügt über eine außergewöhnliche, über fast vier Jahrzehnte gewachsene Expertise in der Integration digitaler Medientechnologien in den performativen Raum. Diese kontinuierliche Pionierarbeit macht die Kompanie zu einer der führenden freien Musik- und Tanztheatergruppen Deutschlands im Bereich intermedialer, interaktiver Bühnenkunst.
Historische Entwicklung
Bereits mit der ersten Produktion 1987, der Mechanischen Bauhausbühne, setzte das Theater der Klänge auf neue Technologien: Ein elektronischer Score steuerte über Timecode die Lichtführung zweier Diaprojektoren, ergänzt durch Videorückprojektion für die Erstrealisation von Laszlo Moholy-Nagys Mechanischer Exzentrik. 1993 erweiterte die Produktion Figur und Klang im Raum diese Ansätze durch ein gestisches Steuerungssystem für eine Solotänzerin sowie Lichtschranken zur Sound-Triggerung.
Forschungsbasierte Weiterentwicklung
Ab 2001 intensivierte sich die Forschungsarbeit durch zwei wegweisende Projekte der FH Dortmund: Performer Computer Interaction (PCI) führte zu den Produktionen Megalopolis und Modulator, in denen Musikparameter und Videotransformationen mittels Max/MSP und Jitter durch Live-Kamerabilder der Tänzer gesteuert wurden. Das Folgeprojekt Interactive Integrative Performance (IIP) mündete in das Tanzstück HÖReographien. Die Vollendung dieser Forschungslinie bildete die Großproduktion SUITE intermediale (2010–11).
2023 realisierte das Theater der Klänge ein Virtuelles totales Theater, das online besuchbar ist und auf den nun in 3D umgesetzten, nie realisierten Architekturplänen Walter Gropius‘ basiert.
Expertise für „Resonanzraum 40″
Für das geplante Projekt steht das An-Institut kiU im Dortmunder U als Kooperationspartner zur Verfügung. Sein Leiter Harald Opel hat sich als Spezialist für Fassaden-Mapping etabliert und bringt seine Expertise für die immersive Innenraumgestaltung ein. (page 21)
Das Projekt baut auf einer fundierten, erprobten technologischen und künstlerischen Basis auf, die Videomapping, immersive Klangraumgestaltung und interaktive Elemente nicht als isolierte Effekte einsetzt, sondern als integrale Bestandteile einer kohärenten künstlerischen Vision, die 40 Jahre Erfahrung in einen zukunftsweisenden Reflexionsraum transformiert.
RESONANZRAUM 40
ab Samstag, 10. Oktober 2026
Probenstudio des THEATER DER KLÄNGE, Düsseldorf-Pempelfort
Adresse und Kontakt
THEATER DER KLÄNGE, Winkelsfelder Straße 21, 40477 Düsseldorf. Fragen und Reservierungen an info@theaterderklaenge.de oder telefonisch unter +49 (0)211 462746. Tickets über rausgegangen.de.
Gefördert durch:






