Die Neuberin – Die Passion einer deutschen Prinzipalin war unsere erste große Theaterstoffentwicklung, welche die Jahre 1997 bis 1999 in Anspruch nahm.

Friederike Caroline Neuber, die “Neuberin” genannt, war eine ungewöhnliche Frau. Sie versuchte in ihrer Zeit die Gründung eines gehobenen städtischen Bürgertheaters, als neues Theater zwischen den damaligen Formen der elitären italienisch, höfischen Oper und den Boulevard-Bretterbuden auf den Marktplätzen.

So sehr sie in jungen Jahren Furore machte und es sogar schaffte einige Autoren an ihre Bühne zu binden, so sehr setzte ihr die männerdominierte Konkurrenz zu, so daß sie am Ende ihr eigenes Theaterhaus, ihre Truppe und zuletzt sogar ihre Reputation verlor.

Trotzdem setzte diese Frau Zeichen für das Theater und bereitete mit ihren Bemühungen einem Lessing und in dessen Nachfolge einem Goethe und Schiller und damit der Entstehung eines niveauvollen aufklärerischen Theaters in Deutschland die Grundlage. Diese Frau schrieb Theatergeschichte, obwohl sie bis heute – ungerechtfertigterweise – wenig bekannt ist.

Sie begründete einen neuen Ensemblebegriff, einen neuen Umgang mit Text, eine neue Einbindung von Musik in ihren Theaterstücken und stellte in Deutschland als erste die Frage nach der Notwendigkeit fester, stehender Theater. Sie überzeugte die größte Zeit ihres Lebens sowohl als großartige Schauspielerin, wie auch als Prinzipalin ihrer eigenen Truppe.
Dieser Stoff wurde von den Autoren Clemente Fernandez und J.U.Lensing in den Jahren 1997/98 zu einem Theaterstoff entwickelt, der in 24 Szenen das Leben der Neuberin von ihrem 19 Lebensjahr bis zu ihrem Tod reflektiert. Das dreieinhalbstündige Theaterstück erlebte 20 Aufführungen in Düsseldorf, Essen, Köln, Gotha, Weimar und Zwickau.

Im Anschluß an die Aufführungsserie entstand als Kompilation des Theaterstücks ein einstündiges Hörspiel von J.U.Lensing, welches als Hörbuch-CD veröffentlicht wurde (erhältlich über unseren Shop).

Der komplette Mitschnitt von 1999 aus der Uraufführungsserie im Tanzhaus nrw ist online zu sehen von Donnerstag, 28. Mai ab 19 Uhr bis Sonntag, 31. Mai 2020 bis 22 Uhr.

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